40 Jahre lang lebte Friedrich Otto Mücke im Thüringischen Jena, als er am 26.11.1951 an einem Herzschlag starb. Dieser ereilte ihn an der Drehbank, die er in den Werkstätten der Deutschen Reichsbahn, in Jena-Nord gelegen, täglich bediente. Beigesetzt wurde er auf dem Jenaer Ostfriedhof, innerhalb eines Birkenensembles. Eine schöne letzte Ruhestätte. Er hinterließ seine Frau, Klara Hulda, welche 1887 in Ziegenrück als eine geborene Hoffmann zur Welt kam, und die er 1912 dort auch ehelichte. Vom einzigen Kind, dem Sohn Arno, blieb ein Enkel zurück. Ulrich Mücke, geboren 1943 auch in Jena. Der ab 1968 in den Zementwerken Karsdorf die Mineralwollproduktion modernisieren sollte. Dadurch bald zum Werkleiter aufstieg und auch schon als Generalkader gehandelt wurde. Arno Mücke selbst ereilte ein amerikanisches Geschoss in der französischen Étrépagny am 22.08.1944. Der Verlust des einzigen Kindes schmerzte die Eltern um so mehr, als seine Leiche nicht mehr aufgefunden, ergo auch nicht einem ordentlichen Begräbnis zugeführt werden konnte. Die Familie lebte fast durchweg in der Karl Liebknecht Straße 14, auch wenn diese aufgrund der Zeiten verschiedene Benennungen erlebte. Klara Mücke verbrachte ihr letztes Jahr in einem Pflegeheim im Jenaer Norden gelegen und starb dort am 7. Mai 1971. Sie durfte noch ihre beiden Urenkel, Thilo und Steffen Mücke kennen lernen. Beigesetzt wurde sie neben ihrem Mann. Das Grab wurde um 1985 aufgelöst. Die Familie lebt nicht mehr in Jena, seitdem die Witwe des Arno, Gertrud geborene Kuhnsch, 1997 verstarb, ebenso wie Sohn Ulrich. Die Enkel leben in Markkleeberg resp. Naumburg.
Friedrich Otto Mücke wurde am 16.12.1886 im Anhaltinischen Zerbst geboren. Die Stadt galt als eine der schönsten angelegten im östlichen Raum. Angloamerikanische Bombenangriffe und tagelange Stadtbrände ließen davon kaum etwas übrig. Noch heute zeugen die Schlossruine wie auch die der beiden Kirchen St. Nikolai und St. Bartholomäi davon. Letztere wurde immerhin teilsaniert. "Mückes" ließen sich hier trauen und taufen. Die erste kirchliche Handlung der Familie fand 1854 statt, als am 30. April Sophie Friedericke als Tochter des Arbeitsmannes Andreas Daniel Mücke getauft wurde. Diesen zog es um 1850 vom nahen Dorf Niederlepte in die Stadt. Hier sollte er über 50 Jahre leben, 11 Kindern mit drei Frauen das Leben schenken. Sich und die Familie mit wechselnden Tätigkeiten recht und schlecht ernähren. Und recht bald Bleibe am Kleinen Klosterhof finden. Erst in Nr. 15, später in Nr. 18, worin er und seine dritte Ehefrau gemeinsam am 19. Februar 1907 verstarben. Immerhin mit drei Stunden Unterschied. Das Haus wurde noch fast 70 Jahre weiter von "Mückes bewohnt. Später auch vom Sohn und unserem Altvater Otto Gustav (* 1858), der nach einem wechselhaften Wohnen (Hohe Bäckerstraße, Fuhrstraße, Frauentorplatz, Lusor-, Magdeburger Straße) letztlich wieder im elterlichen Haus landete, worin er 1946 auch verstarb. Seinen Unterhalt verdiente er sich als Straßenarbeiter Später als Bote am Kreisamt. Mit der aus Aken stammenden Friederike Bär schenkte er vier Kindern das Leben. Den Ältesten Otto Friedrich Gustav zog es bald nach Güsten, wo er 1956 starb. "Mückes" gibt es aus dieser Linie keine mehr. Der Zweitgeborene, Friedrich Otto, kam um 1910 nach Jena. Von den beiden Töchtern starb Friedericke Elisabeth als verheiratete Lorf 1976 in Zerbst. Ihre jüngere Schwester starb schon zwei Jahre zuvor, 1974. Diese lebte bis zu ihrem Lebensende noch im Kleinen Klosterhof 18. Als Kinder besuchten wir sie dort. Das Haus steht heute noch, immerhin. Doch ist es seit Jahren dem Verfall preis gegeben. Es muss mittlerweile ganz ohne Dach auskommen.